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In einer randomisiert kontrollierten Studie untersuchte ein asiatisches Forschungsteam die Wirkung eines kombinierten Trainingsprogramms aus Beckenboden- und Haltungsübungen im dritten Trimester bei Erstgebärenden.
Methodik
Die WissenschaftlerInnen tauften die Kombination aus klassischem PFMT und posturalen Übungen PEFLOW – ein Akronym für Pelvic Floor Workout. Die Teilnehmerinnen der Interventionsgruppe sollten das PFMT täglich und die Haltungsübungen zweimal wöchentlich bis zur Entbindung durchführen. Personen in der Kontrollgruppe erhielten keine Übungen. Sie besuchten ausschließlich die – im dritten Trimester üblichen – Schwangerschaftsuntersuchungen im zweiwöchigen Rhythmus.
Der untersuchte Endpunkt war die Inzidenz der SUI zu verschiedenen Zeitpunkten. Als primäres Outcome wurde die Inzidenz sechs Wochen nach der Entbindung festgelegt. Sekundär wurden die Werte in der 37 Schwangerschaftswoche sowie drei, sechs und 12 Monate nach Niederkunft betrachtet. Zudem wurde die Kraft der Beckenbodenmuskulatur zu diesen Zeitpunkten untersucht.
Es handelte sich bei allen (n = 764) Probandinnen um Erstgebärende in einem Durchschnittsalter von 29 Jahren mit einem vorwiegend höheren Bildungsniveau. Rund 97 Prozent gingen einer körperlich wenig aktiven, vorwiegend sitzenden beruflichen Tätigkeit nach.
Ergebnisse
In der PEFLOW-Gruppe war die Inzidenz der SUI zu allen Zeitpunkten signifikant geringer als in der Kontrollgruppe. Die Differenz zwischen den Gruppen wuchs im Laufe der Zeit. Belief sich der Unterschied sechs Wochen nach Entbindung noch auf rund fünf Prozent, lag er nach einem Jahr bei über zehn Prozent. Bei der Muskelkraft zeigte sich hingegen kein relevanter Vorteil durch das PEFLOW-Programm.
Fazit
In der Studie fehlt ein direkter Vergleich zwischen einem isolierten Beckenbodentraining gegenüber dem PEFLOW. Zieht man bisherige Literatur zum reinen PFMT hinzu, zeigen sich vergleichbare Effekte. Ein Vorteil der Kombination aus PFMT und Haltungsübungen gegenüber einem alleinigen klassischen Beckenbodentraining lässt sich somit durch diese Studie nicht ableiten. Diese Veröffentlichung bestätigt daher nur ein weiteres Mal die bisherige Forschung, dass ein Training – auch das PEFLOW – während der Schwangerschaft effektiver ist als kein Training.
Es bedarf nun einer direkten Gegenüberstellung dieser beiden Ansätze (PFMT vs. PEFLOW), um zu evaluieren, ob das Hinzufügen von Haltungsübungen zu einem klassischen Beckenbodentraining zu besseren Ergebnissen führt.
Martin Römhild B.Sc. / physio.de
BeckenbodenTrainingPräventionStudieSchwangerschaft
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