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NRW, Bergheim-Oberaußem

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Bessere medizinische und pädagogische Versorgung gefordert
11.09.2000 • 0 Kommentare

Für eine bessere medizinische und pädagogische Versorgung behinderter Kleinkinder hat sich der Vorstandsvorsitzende der NRW-Landesgruppe der Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung, Christoph Leyendecker, ausgesprochen. Die Förderung behinderter Kinder im Alter von bis zu drei Jahren, durch die zum Beispiel spastische Verspannungen ausgeglichen werden könnten, müsse in den ersten Lebensmonaten erfolgen, sagte Leyendecker in einem Interview. Da es jedoch häufig an stationären Plätzen oder ambulanten Angeboten fehle und die landesweite Versorgung sehr unterschiedlich sei, könne es zu entscheidenden Verzögerungen bei der Betreuung kommen.

Wenn die Frühförderung nur einige Monate zu spät einsetzt, seien gewisse Behinderungen nicht mehr auszugleichen, betonte Leyendecker, der als Professor im Fachbereich Rehabilitation an der Universität Dortmund lehrt. Zwischen 30.000 und 50.000 Kinder im Alter bis zu sechs Jahren seien in NRW behindert oder könnten möglicherweise Behinderungen entwickeln. Rund ein Fünftel dieser Kinder kann nach Aussage Leyendeckers aufgrund der mangelnden Versorgung nicht rechtzeitig gefördert werden. Wohlfahrtsverbände und Krankenkassen hätten sich bislang nicht auf eine einheitliche Struktur geeinigt. Die in Dortmund ansässige Vereinigung wolle hier mit Verbesserungsvorschlägen ansetzen, erklärte Leyendecker.

Dies sei um so dringender, als es bislang an einer Initiative des Landes-Gesundheitsministeriums zur Frühförderung fehle, monierte Leyendecker. Die Verantwortlichen in NRW hätten das Problem der kommunalen Ebene überlassen. Angesichts leerer Kassen sei jedoch nicht damit zu rechnen, dass Kommunen und Krankenkassen freiwillige Mehrausgaben für die Frühförderung bereitstellten, betonte der Pädagogik-Professor.

Quelle: ddp

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