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BRK-Prozess: Zeugenaussagen bestätigen Provisionszahlungen
22.03.2000 • 0 Kommentare

Im Prozess um die Schmiergeldaffäre beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) haben Zeugenaussagen am Mittwoch Provisionszahlungen von knapp sieben Millionen Mark bestätigt. Zu einem zuvor in Medienberichten
angekündigten Geständnis des angeklagten Ex-BRK-Funktionärs Adolf Vogt kam es nicht. Staatsanwalt Alexander Meyberg sagte vor Gericht über die Vernehmung des ehemaligen Chefs einer Medizintechnikfirma aus, der von Provisionszahlungen an die Angeklagten in Höhe von zehn Prozent des Rechnungsbetrages berichtet habe.



Für den Zeitraum 1993 bis 1997 erhielten die Angeklagten demnach knapp sieben Millionen Mark in bar. Die sehr detaillierte Buchführung der Firma weise diese Beträge eindeutig aus. Beim Kauf von Blutplasma seien zusätzlich zehn Mark pro Liter an Vogt und Hiedl bezahlt worden. Das Geld sei entweder in München oder Zürich übergeben worden. Zum Teil sei auch Blutplasma an eine ausländische Firma verkauft und anschließend zurückgekauft worden. Ziel dieser
Transaktionen sei es auch gewesen, Provisionen doppelt zu kassieren.



Vogt und der Mitangeklagte Heinrich Hiedl werden beschuldigt, von Firmen mehrere Millionen Mark Schmiergelder angenommen zu haben. Im Gegenzug sollen sie Produkte zu weit überhöhten Preisen eingekauft haben. Das BRK beziffert den Schaden auf mehr als zehn Millionen
Mark.



Der von der Staatsanwaltschaft vernommene Geschäftsmann sagte nach Meybergs Worten aus: «Es gab ein internes, sehr genaues Buchhaltungssystem der Angeklagten. Vogts und Hiedl haben sehr bestimmt am jeweiligen Jahresende die Fehlbeträge ihrer noch offenen Provisionen gefordert. Es gab kein Geschäft ohne Provisionsforderung.»



Vogt beteuerte erneut, alle aufgezeigten Provisionswege und Geschäftspraktiken seien bereits zu Beginn seiner Tätigkeit vorhanden gewesen. Er habe darauf keinen Einfluss nehmen können. Der Prozess soll am 5. April mit den Plädoyers fortgesetzt werden.



Quelle: München (ADN)

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