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Gesetzliche Krankenkassen verschwenden Millionenbeträge
07.10.2000 • 0 Kommentare

Die gesetzlichen Krankenkassen verschwenden nach einem Bericht des ARD-Magazins «Kontraste» hohe Millionenbeträge bei den Ausgaben für medizinische Hilfsmittel. In vielen Bundesländer würden für industriell gefertigte Hilfsmittel wie Halskrausen, Krücken und Bandagen weit überhöhte Preise gezahlt, berichtete das Magazin gestern abend in Berlin. Allein die AOK könnte bundesweit schätzungsweise fünf bis zehn Prozent - 250 Millionen Mark - jährlich einsparen.

Laut Magazin gibt es keine Preisvergleiche oder Absprachen zwischen den AOK-Landesvertretungen. Vielmehr handelten die Krankenkassen die Preise für die medizinischen Hilfsmittel einzeln auf Länderebene mit den Innungen der Orthopädietechniker aus. Die Folge seien völlig unterschiedliche Preise für ein und dasselbe Produkt. So koste eine bestimmte Kniebandage die AOK in Schleswig-Holstein 114 Mark, in Sachsen bezahle die AOK mehr als 230 Mark.

Obwohl der Gesetzgeber eine bundesweite Preisübersicht im sogenannten Hilfsmittelverzeichnis vorschreibe, gebe es eine solche Übersicht ebenso wenig wie Absprachen zwischen den einzelnen Kassen. Die einzelnen AOK-Filialen blockierten bis heute die Veröffentlichung ihrer unterschiedlichen Preise im Hilfsmittelverzeichnis, berichtet das Magazin.

Das Bundesvorstandsmitglied der Innungskrankenkassen, Rolf Stubbert, forderte deshalb in «Kontraste» eine Gesetzesänderung. Den Landeskassen müssten Kompetenzen entzogen werden, «indem wir auf Bundesebene die jeweiligen Verhandlungen führen und die Preise festlegen.» Handlungsbedarf sieht laut Magazin auch das Bundesgesundheitsministerium. Staatssekretär Erwin Jordan sagte, durch ein besseres Verhandlungssystem könnten erhebliche Wirtschaftlichkeitsreserven erschlossen werden.

Quelle: ddp

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