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Therapiemethoden
Günstiger Strom
Hilft TENS bei Fibromyalgie?
26.05.2026 • 3 Kommentare

Wenn der komplette Körper schmerzt, ist jedes Mittel recht, vor allem bei Menschen, die an Fibromyalgie leiden. Durchbrüche in der Behandlung der Schmerzerkrankung lassen weiterhin auf sich warten. Eine (oft vergessene?) Therapiemethode könnte derweil eine regelrechte Renaissance erleben. TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation) moduliert das nozizeptive Signal und soll so das Schmerzempfinden lindern. Dabei ist TENS nebenwirkungsarm, günstig und kann auch ohne Hilfe von medizinischem Fachpersonal angewendet werden. Erste Hinweise existieren, dass TENS (hier in Form eines teuren Anzugs) die Schmerzentstehung bei der Fibromyalgie hemmen kann. Ob das effektiver ist als teure, aufwändige Physiotherapie haben nun die renommierte Schmerzforscherin Afton Hassett und Daniel Clauw von der Universität in Michigan untersucht (Studie).

Die Studie
Für die Untersuchung wurden 28 US-amerikanische Physiotherapie-Praxen per Zufall einer von zwei Strategien zugeteilt: Entweder behandelten sie ihre Patient:innen mit Physiotherapie plus TENS oder ausschließlich mit Physiotherapie. In dieser „cluster-randomisierten“ Studie wurden also nicht wie sonst üblich die einzelnen Menschen den Gruppen zugelost, sondern die jeweiligen Therapie-Standorte. Insgesamt 384 ProbandInnen konnten so über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachtet werden, was bei einer seltenen Erkrankung wie der Fibromyalgie relativ viel ist.

Die gemessenen Outcomes bestanden aus Schmerzen in Ruhe, Müdigkeit, der subjektiven Krankheitslast und dem empfundenen Schmerz bei Bewegung. Zur Erfassung des Letzteren mussten die TeilnehmerInnen fünfmal hintereinander von einem Stuhl aufstehen und sich wieder setzen. Der dabei empfundene Schmerz wurde auf einer Skala von 0 bis 10 dokumentiert.

Intervention
Die TeilnehmerInnen erhielten „übliche“ Physiotherapie (usual care), während die Interventionsgruppe zusätzlich ein TENS-Gerät ausgehändigt bekam, dessen Elektroden am oberen und unteren Rücken platziert wurden. Täglich konnten die ProbandInnen das Gerät etwa zwei Stunden während körperlicher Aktivität nutzen – nicht nur in der Physiotherapiepraxis. Nach 30, 60, 90 und 180 Tagen wurden die Beschwerden erneut erhoben.

In den ersten 60 Tagen wurde die TENS-Gruppe mit der Gruppe ohne TENS verglichen; danach bekam auch diese Vergleichsgruppe ein Gerät mit nach Hause. So konnten die ForscherInnen erst einen sauberen Vergleich ziehen und anschließend beobachten, ob sich der Effekt auch in der zweiten Gruppe zeigte.

TENS lindert den Schmerz
Die Intervention funktionierte. Wer das TENS-Gerät nutzte, berichtete im Durchschnitt 1,2 Punkte weniger Schmerzen beim Sit-to-Stand-Test als die Vergleichsgruppe, die sich diesbezüglich nach 60 Tagen trotz Physiotherapie überhaupt nicht verbesserte. Eine vorangegangene Studie definierte 1,1 Punkte bei dem Test als „klinisch bedeutsam“. Dazu suchten die ForscherInnen nach Respondern, also PatientInnen, bei denen die Anwendung besonders effektiv war. In dieser Responder-Analyse erreichten 41 Prozent der TENS-Gruppe eine Schmerzreduktion von mindestens 30 Prozent, in der Kontrollgruppe waren es nur 13 Prozent. Auch die subjektiv empfundene Fatigue verbesserte sich mit der TENS-Anwendung sehr leicht.

Nachdem auch die Kontrollgruppe TENS nutzen durfte, verbesserten sich auch diese bezüglich der bewegungsinduzierten Schmerzen und der Fatigue.

Nicht bahnbrechend, aber praktisch
Warum die Physiotherapie überhaupt keinen Erfolg brachte, ist schwer zu sagen, da auch nicht dokumentiert wurde, woraus diese genau bestand (eine Unsitte in der Physiotherapieforschung, die endlich ein Ende finden muss).

Sei es drum, das dürfte Betroffenen ohnehin nicht so wichtig sein. Den PatientInnen ging es mit der Strom-Anwendung ein wenig besser – was viel wert ist, wenn man ständig unter Schmerzen leidet. Dass die Studie nicht wirklich verblindet erfolgte und auch kein Placebo (etwa in Form eines nicht funktionierenden TENS-Geräts) vorhanden war, schmälert natürlich den vermeintlichen Erfolg des Gerätes. Hat der Strom jetzt wirklich den Schmerz gelindert oder war es die Erwartungshaltung? Schwierig zu sagen.

Aus der Studie fällt ein wertvoller Ratschlag für die Praxis: „Einen Versuch ist es wert!“ Ein sehr gutes TENS-Gerät ist mittlerweile für 40 Euro zu haben und kostet damit fast so viel wie eine Zuzahlung in der Physiotherapie. Schwere Nebenwirkungen sind durch die Anwendung nicht zu erwarten, was auch die vorliegende Studie wieder einmal bestätigt. Anstatt also aufwändig auf eine Verordnung zu warten, können Betroffene sich das Werkzeug auch einfach selbst kaufen. Hilfe zur Selbsthilfe kann manchmal auch durch einen einfachen Ratschlag erfolgen.

Daniel Bombien / physio.de

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Stefan Preißler
Vor einer Woche
"Hat der Strom jetzt wirklich den Schmerz gelindert oder war es die Erwartungshaltung? Schwierig zu sagen."

"Die Intervention funktionierte. Wer das TENS-Gerät nutzte, berichtete im Durchschnitt 1,2 Punkte weniger Schmerzen beim Sit-to-Stand-Test als die Vergleichsgruppe, die sich diesbezüglich nach 60 Tagen trotz Physiotherapie überhaupt nicht verbesserte."

Und genau hierbei zeigt es sich erneut, wie schwierig es ist, in Zahlen auszudrücken, was den Menschen ausmacht; seine Subjektivität!
1,2 Punkte im Durschnitt....solch ein Ergebniss macht mich selbst als Therapeut eher unzufrieden und veranlasst mich meine Strategie zu überdenken!
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• MikeL
"Hat der Strom jetzt wirklich den Schmerz gelindert oder war es die Erwartungshaltung? Schwierig zu sagen." "Die Intervention funktionierte. Wer das TENS-Gerät nutzte, berichtete im Durchschnitt 1,2 Punkte weniger Schmerzen beim Sit-to-Stand-Test als die Vergleichsgruppe, die sich diesbezüglich nach 60 Tagen trotz Physiotherapie überhaupt nicht verbesserte." Und genau hierbei zeigt es sich erneut, wie schwierig es ist, in Zahlen auszudrücken, was den Menschen ausmacht; seine Subjektivität! 1,2 Punkte im Durschnitt....solch ein Ergebniss macht mich selbst als Therapeut eher unzufrieden und veranlasst mich meine Strategie zu überdenken!
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Stefan Preißler schrieb:

"Hat der Strom jetzt wirklich den Schmerz gelindert oder war es die Erwartungshaltung? Schwierig zu sagen."

"Die Intervention funktionierte. Wer das TENS-Gerät nutzte, berichtete im Durchschnitt 1,2 Punkte weniger Schmerzen beim Sit-to-Stand-Test als die Vergleichsgruppe, die sich diesbezüglich nach 60 Tagen trotz Physiotherapie überhaupt nicht verbesserte."

Und genau hierbei zeigt es sich erneut, wie schwierig es ist, in Zahlen auszudrücken, was den Menschen ausmacht; seine Subjektivität!
1,2 Punkte im Durschnitt....solch ein Ergebniss macht mich selbst als Therapeut eher unzufrieden und veranlasst mich meine Strategie zu überdenken!

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hgb
Vor einer Woche
Ehe man über die Therapie diskutiert, sollte das FMS besser definiert sein, momentan wie in diesem Artikel handelt es sich ja um ein ATW-Syndrom = alles tut weh!
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• Stefan Preißler
• Papa Alpaka
Ehe man über die Therapie diskutiert, sollte das FMS besser definiert sein, momentan wie in diesem Artikel handelt es sich ja um ein ATW-Syndrom = alles tut weh!
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hgb schrieb:

Ehe man über die Therapie diskutiert, sollte das FMS besser definiert sein, momentan wie in diesem Artikel handelt es sich ja um ein ATW-Syndrom = alles tut weh!

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Femoro
Vor einer Woche
Fibromyalgie ist ja eher eine Schmerzverarbeitungsstörung, die aufgrund bestehender psycho- sozialer Belastungsfaktoren zustande kommt. Bei unseren Pat. sind das vor allem Gewalterfahrungen in der jetzigen oder der Herkunftsfamilie. Aber auch Durchhalteüberzeugungen, Perfektionismus und Stress am Arbeitsplatz sind nicht selten. So kommt es dann zu einem immer höher Schaukeln des vegetativen Nervensystems, bis der Sympathikus völlig am Anschlag ist. Dann sind alle neuralgischen Punkte schmerzhaft. In diesen Fällen ist dann eher Psychotherapie die erste Behandlungswahl. Physiotherapie ist dann eher noch eine Begleittherapie und sollte den Sympathikus nicht noch mehr in die Höhe treiben. Es ist dann ein Balanceakt. Keine Bewegung erhöht die Schmerzen der Patienten, zu viel aber auch. Man sollte auf entsprechende (Bewegungs-) Angebote achten. Deshalb kann es auch sein, dass die Physiotherapie nicht viel bringt.
TENS ist in diesem Fall wohl eher als Gegenirritationsmaßnahme zu verstehen. Es kann den meist völlig verzweifelten Pat. eine Möglichkeit der Selbstregulation (Schmerzsenkung) und Selbstkontrolle/ Selbstwirksamkeit wiedergeben.  
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Fibromyalgie ist ja eher eine Schmerzverarbeitungsstörung, die aufgrund bestehender psycho- sozialer Belastungsfaktoren zustande kommt. Bei unseren Pat. sind das vor allem Gewalterfahrungen in der jetzigen oder der Herkunftsfamilie. Aber auch Durchhalteüberzeugungen, Perfektionismus und Stress am Arbeitsplatz sind nicht selten. So kommt es dann zu einem immer höher Schaukeln des vegetativen Nervensystems, bis der Sympathikus völlig am Anschlag ist. Dann sind alle neuralgischen Punkte schmerzhaft. In diesen Fällen ist dann eher Psychotherapie die erste Behandlungswahl. Physiotherapie ist dann eher noch eine Begleittherapie und sollte den Sympathikus nicht noch mehr in die Höhe treiben. Es ist dann ein Balanceakt. Keine Bewegung erhöht die Schmerzen der Patienten, zu viel aber auch. Man sollte auf entsprechende (Bewegungs-) Angebote achten. Deshalb kann es auch sein, dass die Physiotherapie nicht viel bringt. TENS ist in diesem Fall wohl eher als Gegenirritationsmaßnahme zu verstehen. Es kann den meist völlig verzweifelten Pat. eine Möglichkeit der Selbstregulation (Schmerzsenkung) und Selbstkontrolle/ Selbstwirksamkeit wiedergeben.  
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Femoro schrieb:

Fibromyalgie ist ja eher eine Schmerzverarbeitungsstörung, die aufgrund bestehender psycho- sozialer Belastungsfaktoren zustande kommt. Bei unseren Pat. sind das vor allem Gewalterfahrungen in der jetzigen oder der Herkunftsfamilie. Aber auch Durchhalteüberzeugungen, Perfektionismus und Stress am Arbeitsplatz sind nicht selten. So kommt es dann zu einem immer höher Schaukeln des vegetativen Nervensystems, bis der Sympathikus völlig am Anschlag ist. Dann sind alle neuralgischen Punkte schmerzhaft. In diesen Fällen ist dann eher Psychotherapie die erste Behandlungswahl. Physiotherapie ist dann eher noch eine Begleittherapie und sollte den Sympathikus nicht noch mehr in die Höhe treiben. Es ist dann ein Balanceakt. Keine Bewegung erhöht die Schmerzen der Patienten, zu viel aber auch. Man sollte auf entsprechende (Bewegungs-) Angebote achten. Deshalb kann es auch sein, dass die Physiotherapie nicht viel bringt.
TENS ist in diesem Fall wohl eher als Gegenirritationsmaßnahme zu verstehen. Es kann den meist völlig verzweifelten Pat. eine Möglichkeit der Selbstregulation (Schmerzsenkung) und Selbstkontrolle/ Selbstwirksamkeit wiedergeben.  



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