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HWS-Bandscheibe aus der Retorte
Erstmals Einsatz eines Bio-Implantates gelungen.
05.09.2013 • 0 Kommentare

Ein Expertenteam des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck (UKSH), hat unter der Leitung des Chefarztes Dr. Rainer Kirchner erstmals in Deutschland ein sogenanntes Bio-Implantat in eine Bandscheibe der Halswirbelsäule erfolgreich einsetzen können. Dieses Implantat besteht aus Hydrogel und wurde vorab in der Stammzellforschung erprobt und für den Gebrauch gut befunden.

Das Hydrogel besitzt eine hohe Elastizität und verfügt über einen ausreichenden Wassergehalt, so dass die Funktion einer Bandscheibe nahezu vollständig wieder hergestellt werden kann. Doch wie funktioniert das Einsetzen des Implantates?

"Bei der Implantation bringen wir das aufbereitete Hydrogel mit einer schmalen Hohlnadel unter Bildverstärkerkontrolle in die betroffene Region ein", erklärt Dr. Kirchner zu dem Verfahren. "Erst hier entfaltet sich das Implantat und wirkt nicht nur als flexibler Dämpfer, sondern unterstützt auch die Regulierung des pH-Wertes. Dies ist wichtig für die Überlebensfähigkeit der Zellen, um eine Ausdehnung der Entzündung einzudämmen."

Das neue Verfahren ist – verbunden mit dem arthroskopischen Einsatz - wesentlich schonender als die herkömmlichen Operationen, die zumeist zu einer Versteifung der Wirbelsäule oder das Einsetzen mechanischer Prothesen geführt haben. Inwiefern sich die Implantation in der Zukunft, auch bei arthrotisch veränderten Zwischenwirbelgelenken etablieren wird, bleibt abzuwarten. Neue Studien werden hierzu in zwei Jahren erwartet.


AvB / physio.de

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