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Kassenärzte wollen Druck gegen Gesundheitsreform verschärfen
07.12.1999 • 0 Kommentare

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat angekündigt, ihren politischen Druck gegen die geplante Gesundheitsreform zu verschärfen. In einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe) sagte der amtierende KBV-Vorsitzende Eckhard Weisner, seine Organisation werde sich zusammen mit dem Bündnis für Gesundheit in die Landtagswahlkämpfe in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen einmischen. Zudem seien weitere Demonstrationen und Aktionen in Vorbereitung.
Der kommissarische Nachfolger des am Samstag überraschend zurückgetretenen KBV-Vorsitzenden Winfried Schorre drohte der rot-grünen Bundesregierung "Krach und Krieg" an, falls sie auf der Budgetierung weiter Bereiche des Gesundheitswesens bestehe. Die Koalition habe durch die zustimmungsfreie Ausgestaltung ihre Gesundheitsreform "noch unerträglicher" gemacht, sagte Weisner. Er gehe deshalb davon aus, dass die Kassenärzte "noch härtere Bandagen in der politischen Auseinandersetzung anlegen müssen". Sicherlich werde es "nicht friedlich" zugehen, wenn die Regierung ihre Gesundheitsreform in Kraft setzen sollte.



Die KBV wird nach Angaben Weisners alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um zum Beispiel gegen Arzneimittelbudgets, die Kollektivhaftung bei deren Überschreitung, aber auch gegen die «völlig unzureichende» Finanzierung der Psychotherapeuten vorzugehen. Viele Patienten müssten künftig damit rechnen, dass sie "nach Art des Schwarze-Peter-Spiels von einem Budget ins andere geschoben werden" - etwa von der Praxis ins Krankenhaus, kündigte der KBV-Chef an. Dann werde auch der Unmut der Patienten Ausmaße annehmen, die vielleicht die Politik zum Umdenken zwängen.



Quelle: Osnabrück (ADN)

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