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Krankenkassen verfolgen Beitragsverweigerer
Blaue Briefe und Gehaltspfändungen.
31.08.2011 • 0 Kommentare

Den Krankenkassen, gesetzlich wie privat, ist der Geduldsfaden gerissen. Gegen die grassierende Seuche der Beitragsprellung gehen die Assekuranzen inzwischen ohne Nachsicht vor. Die Vollstreckungsstellen des Zolls versuchen die ausstehenden Gelder einzutreiben. Hartnäckige Schuldner müssen jetzt mit Pfändungen rechnen.

Vor allem die Zahlung von Zusatzbeiträgen wird gerne verweigert in der Hoffnung, dass die betroffenen Kassen die Gelder nicht eintreiben. Die aber sind auf die Beitragszahlungen dringend angewiesen, stehen sie doch oftmals am Rande des finanziellen Kollaps. Die größte Zusatzkasse ist die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK). Fünf Prozent der 4,5 Millionen DAK-Versicherten verweigern die Zahlung der zusätzlichen Prämie. 28 Millionen Euro schulden die 200.000 Preller der Ersatzkasse. Fünf Millionen vermisst die KKH-Allianz.

Der blaue Brief von Zoll beeindruckte spontan 20 Prozent der Angeschriebenen. Sie zahlten sofort. Die hartnäckigen Verweigerer müssen mit dem Besuch des Gerichtsvollziehers und Pfändungen rechnen, auch von Gehältern oder Renten. Vor Eintritt in den Ernstfall werden die standhaft Säumigen noch einmal mit einem Brief zum Zahlen aufgefordert.

Für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sind die Schuldner überwiegend Boykotteure des Zuzahlungsbetrags. Sie hätten das Gefühl, mit der normalen Beitragzahlung, Praxisgebühren und Zuzahlungen schon genug zu bezahlen.

Auch die privaten Krankenversicherer stöhnen über zahlungsfaule Kunden. Im November 2010 waren 88.500 Vollversicherte mindestens sechs Monate mit ihren Beiträgen im Rückstand.


Peter Appuhn
physio.de

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