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Musik schmerzt
Profimusiker belastet, aber kaum behandelt.
08.11.2012 • 0 Kommentare

Mit ihrem Spiel erfreuen sie die Menschen, Musiker jeglicher Fasson. Dabei leisten sie Schwerstarbeit. Ständig wiederkehrende einseitige Belastungen und psychischer Druck traktieren das muskelo-skelettale System der Tonkünstler. Eine gesundheitsfördernde Betreuung wird nur in wenigen Einrichtungen angeboten. In Weimar haben sich jetzt das sächsische Landesjugendorchester und das örtliche Klinikum zum Betrieb eines Modellprojektes zusammengeschlossen.

"Profimusiker haben einen Knochen- und Muskeljob, vergleichbar dem eines Leistungssportlers", erklärte der Weimarer Musikmediziner Egbert Seidel. Sportler aber genießen regelmäßige Gesundheitschecks. Bei Musikern dagegen komme die präventive medizinische Versorgung zu kurz. Doch ist sie dringend nötig. Jeder zweite Orchestermusiker klage über körperliche Beschwerden, hat die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) herausgefunden. Vielen von ihnen bleibt letztlich nur die frühzeitige Aufgabe des Berufs.

Willibert Steffens, Gesundheitsexperte der DOV, beklagte den Mangel an Präventionsangeboten. Schon ganz junge Musiker litten unter gesundheitlichen Problemen, weiß Mediziner Seidel. Erst wenn es gar nicht mehr anders geht, meist im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, werden die Beschwerden behandelt. Hinzu komme, dass an den Musikschulen wenige Gesundheitsprogramme für die Studenten angeboten und im Bereich Musikermedizin sogar Stellen gestrichen werden.

Das Zentrum für für physikalische und rehabilitative Medizin im Klinikum Weimar hat im Rahmen des Modellprojekts die medizinische Versorgung der Mitglieder des Landesjugendorchesters übernommen. Physiotherapie spielt dabei eine zentrale Rolle.

Vor allem orthopädische Probleme plagen die 2.500 Berufsmusiker, wie die DOV in einer Befragung erfuhr. 30 Prozent von ihnen müssten vor Erreichen des üblichen Rentenalters ihren Beruf aufgeben. Experte Steffens mahnt: "Orchester benötigen endlich eine eigene medizinische Betreuung - die großen philharmonischen Orchester genauso wie die kleinen."



Peter Appuhn
physio.de

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