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Osteoporose-Experte: Cola nur bei "extremen Mengen" riskant
20.10.2000 • 0 Kommentare

Bestimmte Erfrischungsgetränke können bei übermäßigem Genuss offenbar zu Knochenkrankheiten führen. Vor allem, wenn junge Mädchen «extreme Mengen» von Softdrinks mit dem Säuerungsmittel Phosphorsäure trinken, bestehe das erhöhte Risiko einer Rachitis-Erkrankung, sagte der Osteoporose-Experte Markus Seibel in einem Interview. Der leitende Oberarzt an der Universitätsklinik Heidelberg betonte gleichzeitig, wer diese Getränke in üblichen Mengen trinke, brauche keine Angst vor derartigen Gesundheitsschäden haben.

Der Mediziner berichtete von drei Fällen aus seiner eigenen Tätigkeit: Geleitet vom «Schlankheitswahn» hätten junge Patientinnen sich im wesentlichen von Diät-Cola ernährt. Die in Cola und ähnlichen Getränken enthaltene Phosphorsäure habe ihrem Körper lebenswichtiges Kalzium entzogen. Die Säure binde das in der Nahrung enthaltene Kalzium im Darm, so dass der Mineralstoff nicht von den Knochen aufgenommen werden könne. Dies habe die Knochen der jungen Frauen erweicht und zu einer Rachitis geführt. Im 19. Jahrhundert war diese Mangelkrankheit vor allem unter arbeitenden Kindern verbreitet, die kaum Sonnenlicht abbekamen.

In jüngster Zeit brachten amerikanische Studien vor allem Cola in Verbindung mit Osteoporose (Knochenerweichung). Bei normaler Ernährung falle aber die Phosphorsäure, die den Getränken eine milde Säure verleiht, «nicht ins Gewicht», betonte Seibel. Allerdings erinnerte er daran, dass vor allem im jugendlichen Alter das Kalzium für den Knochenaufbau entscheidend sei. «Osteoporose ist - überspitzt gesagt - eine Kinderkrankheit», erklärte Seibel.

Was in der Kindheit und bis spätestens zum 30. Lebensjahr nicht auf das «Knochenkonto» eingezahlt werde, könne später zur Osteoporose-Erkrankung führen, sagte Seibel: «Das ist natürlich das schönste Cola-Alter.» Wichtig für gesunde Knochen bis ins hohe Alter sei eine gute Versorgung mit kalziumreicher Nahrung, das seien vor allem Milch und Milchprodukte, sowie Bewegung und viel Sonnenlicht. Über letzteres erzeuge der Körper Vitamin D, das für den Transport des Kalziums in die Knochen benötigt werde. Auch Phosphor sei bis zu einer bestimmten Menge wichtig für den Stoffwechsel. Doch während der Körper allzu zuviel Phosphor nicht vertrage, schütze er sich vor einer Überdosierung mit Kalzium selber: «Dann gibt es halt Durchfall», bemerkte der Mediziner.

Quelle: ddp

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