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Schlechte Noten für kindermedizinische Versorgung
14.09.2000 • 0 Kommentare

Fachleute geben der kindermedizinischen Versorgung in Deutschland schlechte Noten. Zu Beginn eines Kongresses über Kinder- und Jugendmedizin am Donnerstag in Stuttgart nannte beispielsweise der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, Jürgen Engert (Herne), die operative Versorgung kranker Kinder, gemessen an den Vorgaben der Vereinten Nationen, unzureichend und dringend verbesserungsbedürftig. Bundesweit würden nur 32 Prozent aller chirurgisch kranken Kinder von darauf spezialisierten Chirurgen behandelt - davon 20 Prozent Säuglinge, 40 Prozent Klein- und 60 Prozent Schulkinder, berichtete Engert. Anders beispielsweise in den Niederlanden: Dort dürften Säuglinge bis zu einem gewissen Lebensalter nur in zertifizierten Kinderzentren behandelt werden. "Bei uns darf jeder an Kindern alles machen." Die Misere komme auch wirtschaftlich klar zum Ausdruck: Bei einem Bevölkerungsanteil von zehn Prozent entfielen auf Kinder nur sechs Prozent des medizinischen Etats. Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Klaus Gritz (Köln/Hamburg), warf der Politik vor, auf lange Sicht den Allgemeinmedizinern die ambulante Versorgung von Kindern und Jugendlichen übertragen zu wollen. "Allgemeinärzte beanspruchen zwar die Kompetenz für diese Altersgruppe, sind aber weder von der Aus- noch von der Weiterbildung her hinreichend befähigt, Kinder fachkundig zu behandeln", sagte Gritz. "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen."

Quelle: dpa

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