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ID: REF394T
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Wir bieten in unserer Klinik für
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Bewegungstherapi...
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Krankheitsbilder
Trommeln gegen Huntington
Könnte musikalische Unterstützung bei der Therapie der Erkrankung helfen?
18.05.2026 • 1 Kommentar

Rund 10.000 Menschen sind in Deutschland an Chorea Huntington erkrankt. Der pathologische Mechanismus der autosomal-dominant vererbbaren Erkrankung ist noch nicht gänzlich entschlüsselt, allerdings scheint das Huntington-Protein dabei eine wesentliche Rolle zu spielen. Dieses Molekül interagiert mit mehr als 100 weiteren körpereigenen Eiweißen und führt so zu Zellschädigungen, vor allem im Bereich der Basalganglien, des Striatums und der Großhirnrinde. Die Erkrankung führt zunächst zu starken motorischen Einschränkungen und endet langfristig letal. Nach dem ersten Auftreten der Symptome beträgt die Lebensdauer in der Regel 10 bis 30 Jahre.

Neue Gen-Therapien könnten die Erkrankung zum ersten Mal direkt behandelbar machen, wobei die Effektivität des Wirkstoffs AMT-130 noch umstritten ist. Nach anfänglich sensationell anmutenden Studienergebnissen forderte die US-amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) vor kurzem stabile Daten aus randomisiert kontrollierten Studien (RCTs), um das Medikament, das direkt in die betroffenen Areale des Gehirns injiziert wird, zuzulassen. Bis diese durchgeführt sind, können aber noch einige Jahre ins Land ziehen.

Physiotherapie bei Chorea Huntington zielt darauf ab, die körperlichen Einschränkungen zu reduzieren (oder zu kompensieren) und so die Lebensqualität zu verbessern. Die Therapie könnte durch musikalische Begleitung noch einmal effektiver sein, wie eine Grundlagenstudie nun andeutet.

Hier spielt die Musik
Zehn Menschen, die an Chorea Huntington litten und in einer Langzeitpflegeeinrichtung lebten, wurden in der Studie untersucht. Sie befanden sich im Studienzeitraum in Stadium IV und V der Erkrankung, wiesen also neurologische Defizite auf, konnten aber noch laufen. In der Studie wurde ungewöhnlich interdisziplinär gearbeitet, denn neben einer Physiotherapeutin wurde eine musiktherapeutische Fachkraft in die Therapieplanung miteinbezogen.

Zu Beginn der Therapie ermittelte die Physiotherapeutin einen funktionellen Befund der einzelnen TeilnehmerInnen. Anschließend besprach sie sich mit der Musikfachkraft bezüglich therapeutischer Ziele (zum Beispiel besser selbstständig vom Stuhl aufstehen), möglicher Therapiemaßnahmen und wie diese physiotherapeutisch und musikalisch unterstützt werden könnten – ein plausibler Ansatz, denn ähnlich wie in der Parkinson-Therapie scheinen auditive Cues bei Huntington-Erkrankten positive Auswirkungen auf die motorische Kontrolle zu haben.

Collins statt Hendrix
Einfache Reize schienen in der Therapie insgesamt bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten. Besonders günstig waren taktile Hinweise, einfache verbale Hinweise und ein einfacher rhythmischer Takt mit einer Trommel. Letzterer führte zu weniger überschießenden und damit langsameren, kontrollierteren Bewegungen, gleichmäßigeren Gangmustern und besserer Kontrolle bei funktionellen Aufgaben. Der Versuch, die Therapie mit einer Gitarre zu unterstützen, scheiterte – Akkorde und Harmonien überforderten vor allem kognitiv eingeschränkte PatientInnen und führten sogar teilweise zu schlechterer Bewegungsausführung.

Kein Paukenschlag
Wirklich bahnbrechend sind die Erkenntnisse aus der Studie nicht, denn kleine Fallstudien, die den Vorteil eines Taktgebers (wie einem Metronom) bei der Therapie von Huntington beschreiben, existieren bereits, sind aber, wie die AutorInnen der Studie selbst zugeben, in ihrer Aussagekraft sehr uneinheitlich. Einem (weitaus günstigeren) Metronom sei die Therapie insofern überlegen, als Tempo, Art des Cues und Komplexität laufend an die Bewegung, die Belastbarkeit und die Reaktionen durch die Musikfachkraft angepasst werden könnten.

Bei all diesen Ergebnissen ist dennoch Vorsicht geboten. Die Grundlagenstudie war unverblindet, die Verbesserungen in der Übungsausführung wurden rein subjektiv von den Therapeutinnen beurteilt.

Im zweiten Teil der Studie wurden die beiden Therapeutinnen nach ihrem Erleben des gemeinsamen Therapieprozesses befragt, was beide positiv bewerteten. Daraus schließen die AutorInnen, dass Interdisziplinarität zwischen Musik- und Physiotherapie funktioniert. Ob dieses Zusammenspiel auch in der Praxis Einzug halten wird, ist allerdings Zukunftsmusik.

Daniel Bombien / physio.de

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TOP-PRAXIS
Vor 2 Wochen
Musiktherapie ist in der Medizin leider völlig unterschätzt, obwohl es insgesamt bei verschiedenen Erkrankungen eine sehr gute Studienlage gibt.
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Musiktherapie ist in der Medizin leider völlig unterschätzt, obwohl es insgesamt bei verschiedenen Erkrankungen eine sehr gute Studienlage gibt.
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TOP-PRAXIS schrieb:

Musiktherapie ist in der Medizin leider völlig unterschätzt, obwohl es insgesamt bei verschiedenen Erkrankungen eine sehr gute Studienlage gibt.



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