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Gesundheitswesen
Wirtschaftsweise mahnen grundlegende Gesundheitsreform an
Sachverständigenrat legt Jahresgutachten vor. Kernpunkte zur Sanierung des Systems: Direktverträge mit den Leistungserbringern, Reduzierung des Leistungskataloges.
15.11.2002 • 0 Kommentare

Am Mittwoch stellte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sein Jahresgutachten vor.

„Der größte Handlungsbedarf besteht im Gesundheitswesen“ erklären die sogenannten fünf Wirtschaftsweisen. Nachdrücklich sprachen sich die Wissenschaftler bei der Übergabe des Gutachtens an Bundeskanzler und Finanzminister für eine grundlegende Reform des Gesundheitswesens aus. Sie betonten, dass die Probleme nicht auf der Einnahmeseite lägen sondern im ineffizienten System und den damit verbundenen steigenden Ausgaben.

Um das System zu sanieren mahnen die fünf Weisen entscheidende Punkte zur Umgestaltung des Gesundheitswesens an:
 
- Vertragsfreiheit der gesetzlichen Krankenkassen, also Direktverträge mit den Leistungserbringern,
- ein deutlich reduzierter Leistungskatalog
- Liberalisierung des Arzneimittelvertriebs, z.B. Zulassung des Versandhandels
- Sicherstellungsauftrag geht von den Kassenärztlichen Vereinigungen auf die Krankenkassen über.
 
Es bleibt abzuwarten, ob die Vorschläge in den Reformplänen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt auftauchen werden. Sie hat mehrfach angekündigt, im Jahr 2004 eine große Gesundheitsreform umsetzen zu wollen.
 
 
Peter Appuhn
physio.de

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